Grabmal von István Boleman
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
István Boleman, János Boleman von Dezsér, wurde am 22. März 1843 in Lewa als fünftes von zehn Kindern des Lewaer Gutsbesitzers, Apothekers und der Adligen Mária Braunmüller geboren. Von 1852 bis 1856 besuchte er das Piaristen-Gymnasium in Lewa und absolvierte anschließend das Gymnasium in Selmecbánya und Bratislava. 1865 promovierte er in Wien zum Arzt. Ab 1875 war er als Kurarzt in Vihny tätig. 1873 heiratete er in Bratislava die verwitwete Bähr Károlyné Carolina Steinbach. Das Paar ließ sich in Selmecbánya nieder, wo drei Söhne geboren wurden: Vilmos (1874), Géza (1876) und Béla (1878). Seine Frau starb jung im Herbst 1879. Dank seines Fachwissens und seiner Errungenschaften erlangte der Kurort Vihny landesweite Bekanntheit. 1883 initiierte er die Bohrung der neuen Heilquelle. Die umfangreiche wissenschaftliche, publizistische und öffentliche Tätigkeit des Kurarztes trug ebenfalls zu Vihnyes wachsendem Ruf bei. Unter seinen zahlreichen balneologischen Werken ragt sein 600-seitiges Werk „Balneologie“ hervor. Er legte zudem den Grundstein für die Klimatherapie in Ungarn. 1890 wurde er Mitglied des kleinen Führungsgremiums der neu gegründeten Ungarischen Balneologischen Gesellschaft, wo er als international anerkannter Experte für Kurstatistik galt. Er genoss hohes Ansehen und wurde zum königlichen Rat und Ehrenarzt des Komitats Bars gewählt. 1904 ging er in den Ruhestand und starb Anfang 1905. (Sein Sohn Béla war bereits Assistenzprofessor an der Universität Pest und soll sich, verzweifelt über den Tod seines Vaters, am nächsten Tag mit Morphium vergiftet haben.) Sein Grab befindet sich noch heute in Selmecbánya, auf dem Friedhof oberhalb von Kopogó. Der Ärzte- und Apothekerverband des Komitats Bars initiierte im Herbst 1905 die Errichtung einer Statue von István Boleman von Vihnye. Die Bronzestatue, die viele Widrigkeiten überstanden hatte, ist leider verschwunden, aber stattdessen steht eine Steinbüste von István Boleman am Haupteingang des Kurortes Vihnye und erinnert an seinen großen Erschließer, den seine Zeitgenossen als „lebende Enzyklopädie der ungarischen Kurorte“ bezeichneten.