Das Grab des Hochschullehrers Lajos Cseh
Friedhöfe, Grabsteine, Gräber
Auf einem der Friedhöfe in Bány Selmec, im Frauenberi-Friedhof gegenüber von Piarikapu, Parzelle 463, liegt Lajos Cseh, ein Bergbauberater, Hochschullehrer und Leiter der geologischen Abteilung der Selmecer Bergverwaltung. Sein Grab befindet sich in der Nähe der Friedhofskapelle, die der Jungfrau Maria vom Schnee geweiht ist. Lajos Cseh aus Szentkatolna wurde am 29. September 1840 in Battina (anderen Quellen zufolge in Kiskőszeg), Kreis Baranya, geboren. Nach seinem Schulabschluss in Bratislava studierte er von 1860 bis 1863 Bergbau und Hüttenwesen an der Selmecer Akademie. 1864 trat er in den Staatsdienst des Königlichen Bergamtes in Sélakna ein. Bis 1878 arbeitete er in den Bergwerken der Staatskasse im Raum Selmec. 1878 wurde er Geologe in der neu gegründeten Abteilung für Bergbaugeologie der Bergdirektion Selmecbánya. (Zsámboki L., Hrsg., 1983, S. 130) Im Rahmen dieser Abteilung wurde auch eine Mineraliensammlung angelegt, deren Leitung Lajos Cseh ebenfalls anvertraut wurde und die er mit großem Fachwissen leitete. Er nahm unter anderem an internationalen Ausstellungen in Wien und Paris teil und organisierte und leitete die Bergbaupräsentation auf der Millenniumsausstellung in Budapest. Für seine Verdienste um die Organisation der Ausstellung wurde ihm der Titel eines Bergbaurats verliehen. (Jószencét. 1908. S. 45–47) Als Geologe trug Lajos Cseh zwischen 1898 und 1904 eine umfangreiche Sammlung von Mineralien und Gesteinen aus den Bergwerken und Lagerstätten um Selmec zusammen. Diese bildete später den Grundstock der Mineraliensammlung des Dionýz-Štúr-Bergbaumuseums in Selmec. (Herèko, I., 1995. S. 38) 1878 beauftragte die Bergbehörde Lajos Cseh mit der Erstellung der geologischen Dokumentation der Bergwerke um die Stadt und der Fortführung der professionellen geologischen Kartierung. Lajos Cseh fertigte Zeichnungen von etwa 150 Kilometern Schächten an. Er arbeitete mit Sándor Gesell an den Aufzeichnungen der geologischen Karten für das Buch von József Szabó zusammen. (Geologische Karte von Selmec und geologisches Profil entlang der II. József-Altar-Linie. Budapest, 1882–1884, Erzlinien des Selmecer Bergbaureviers. Budapest, 1883) (SBS. I. 1972. S. 334, herausgegeben von L. Zsámboki, 1983. S. 130) Lajos Cseh setzte sein umfassendes Wissen und sein Talent auch an der Akademie ein. In den Jahren 1866/67 und 1867/68 trat er die Nachfolge von Professor Ede Pöschl am Lehrstuhl für Bergbau, Hüttenwesen und Architektur an. Ab 1897 leitete er als Dozent am Lehrstuhl für Mineralogie, Geologie und Paläontologie die geologischen Übungen der Studierenden. Zwischen 1898 und 1904 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mineralogie und Geologie tätig. Viele seiner Studien wurden in den Geographischen Bulletins veröffentlicht. So schrieb er beispielsweise über die geologischen Bedingungen der Mine Vihnye, die auf Végleskálnok vorkommenden Mineralien und deren Abbauorte. Wie wir in der Selmec-Lehrerenzyklopädie lesen können: „Seine neue Methode des geologischen Erkundungssystems für den Bergbau fand sowohl im In- als auch im Ausland Anerkennung.“ (L. Zsámboki Hrsg., 1983, S. 130) Unser hochgeschätzter Lehrer starb am 10. April 1908 in Selmeczbánya. Die Ausgabe vom 19. April 1908 der wöchentlich erscheinenden Fachzeitschrift für Gesellschaft, Technik, Bergbau und Metallurgie „Jó szczęściet“ würdigt ihn mit folgenden Worten: „Am Montag, dem 13. dieses Monats, haben wir den Bergberater Seiner Majestät Lajos Cseh, den Leiter der geologischen Abteilung der Bergverwaltung von Selmeczbánya, in die ewige Ruhe geleitet. Seinem Tod ging eine lange Krankheit voraus; er war Ende des letzten Jahres schwer erkrankt, erlangte dann aber sein Bewusstsein wieder und trat nach kurzer Dienstzeit am 1. Februar dieses Jahres in den Ruhestand. Er konnte seinen Frieden nicht lange genießen; er wurde erneut bettlägerig, und nach langer Krankheit erlöste ihn der Tod am 11. dieses Monats um 2 Uhr morgens von seinen Leiden. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust nicht nur für den Bergbau, sondern auch für die Gesellschaft, in der er sich stets engagierte.“ Er war ein lebhafter und aktiver Teil der Gemeinschaft. Lange Zeit war er Schatzmeister des örtlichen Instituts „Kolos“ und in jungen Jahren viele Jahre Mitglied des Bergwerksrats. Er war stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr. Sein philanthropisches, humanes Denken und sein geradliniger Charakter brachten ihm Respekt und Anerkennung nicht nur unter seinen Offizierskollegen, sondern in der gesamten Gesellschaft ein. „Wir werden sein Andenken lange bewahren!“