Das gelbe Schloss
Gebäude, Struktur
Das zweitälteste Gebäude in Dunaszerdahely wurde von Márton Padányi Biró, Bischof von Veszprém, für seinen Cousin István Padányi Biró erbaut. Es entstand 1753/54 auf dem Gut Pókatelké im Auftrag des Bischofs von Veszprém. Bis 1805 war das Schloss als Gutshof Biró bekannt. Von dieser Familie erwarb József Benedek Kondé es für die Familie Kondé, die es zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach ihrem Geschmack umgestaltete (damals wurde das Wappen der Familie Kondé am Giebel angebracht, darüber die große steinerne Truthahnstatue). Seiner Beschreibung zufolge war „der zweigeschossige, dreiachsige Mittelteil des Gebäudes, unterteilt durch Säulen, mit einem Giebel im Barockstil abgeschlossen. Neben dem halbrunden Portal ist die Fassade auch durch geradlinig schließende Fenster, Gesimse, gerade und geschwungene Augenbrauengesimse sowie Trenn- und Abschlussgesimse gegliedert.“ Von da an war das Gelbe Schloss etwa sechzig Jahre lang als Schloss Kondé bekannt. 1858 verkaufte die Familie Kondé das Gut Pókátelk: Das Schloss wurde von Miklós Wahlberg, einem Universitätsprofessor aus Wien, erworben, der es verpachtete. Das berühmte Gebäude erbte Wahlbergs Tochter Nándorné Habermann, die es am 12. September 1910 an die Firma Dukesz & Herzog aus Galgóc verkaufte, welche es aus wirtschaftlichen Gründen erwarb. Das Gelbe Schloss diente von 1938 bis 1944 als Sitz der ungarischen Militärverwaltung. 1945 wurde es von Deutschen und Russen besetzt und später von den tschechoslowakischen Militärbehörden genutzt (auch als Unterkunft). Ab 1947 war es Staatseigentum und wurde von verschiedenen Institutionen genutzt. Ab 1953 gehörte das Schloss dem Geodäsieinstitut und beherbergte bis 1972 auch mehrere kleinere Ämter. In diesem Jahr zog das Csallóközi-Museum vom ehemaligen Weißen Schloss Bacsák in der Fő-Straße dorthin um. Erster Direktor war Béla Marczell. 1977 wurde das Hauptgebäude renoviert und beherbergt bis heute die Dauerausstellungsräume des Museums.