Der Bau der Losonc High School

Der Bau der Losonc High School

Gebautes Erbe

Das Gebäude in der Kármán-Straße 5 in Losonc trägt offiziell den Namen „Kármán-József-Grundschule und Kindergarten für Ungarische Sprache“ und wurde ursprünglich 1883 als Gymnasium erbaut. Das denkmalgeschützte Gebäude ist im Originalzustand erhalten. An der neoklassizistischen Fassade des 1890 m² großen, trapezförmigen, eingeschossigen Gebäudes befindet sich noch immer eine Steintafel mit der Inschrift: „Für die nationale Kultur“. An dieser Stelle befand sich einst ein reformiertes Gymnasium, das vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis 1870 das einzige durchgehend betriebene Gymnasium in Nógrád war. Die Kirche, die nach der russischen Zerstörung von 1849 mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, gab ihr langjähriges Gymnasium 1869 zugunsten des ungarischen Staates unter Minister József Eötvös auf, der ein staatliches Gymnasium einrichtete. Das staatliche Gymnasium, das 1870 mit vier Klassen begann, wurde 1879 auf acht Klassen erweitert und benötigte daher ein größeres, moderneres Gebäude. Das lebendige Schulleben mit seinen hervorragenden Lehrern war ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Im Herbst 1919 beschlagnahmten die tschechoslowakischen Behörden die Schule und errichteten dort ein tschechoslowakisches staatliches Reformgymnasium mit ungarischen Parallelklassen. Unter den neuen Umständen erlangte das Gymnasium in Losonc erneut nationale und slowenische Bedeutung. Alle Zweige der ungarischen und Minderheitenkultur in der Tschechoslowakei sind durch Lehrer, Schüler und Veranstaltungen mit dem Gymnasium in Losonc verbunden. Das nach 1938 wiedergegründete Königlich Ungarische Staatsgymnasium nahm den Namen József Kármán an. Im Frühjahr 1945 wurde der ungarische Gymnasialunterricht jedoch eingestellt. Das neue slowakische Gymnasium nutzte das Gebäude bis 1962, als die ungarischsprachige Grundschule dorthin umzog. Das historische Gebäude ging Anfang des 21. Jahrhunderts wieder in den Besitz der Reformierten Kirche von Losonc über. Es ist mit drei Gedenktafeln mit Bezug zur ungarischen Kultur geschmückt. Als die ungarischsprachige Grundschule in Losonc 2001 den Namen József Kármán annahm, wurde im Foyer eine weiße Marmortafel mit dem Porträt des Namensgebers angebracht. 1994 brachte der Slowakisch-Ungarische Pfadfinderverband an der Fassade der Schule ein Bronzerelief mit dem Porträt zweier verdienter Pfadfinderführer aus den Highlands an (ein Werk des Bildhauers János Nagy). Ein bedeutender Lehrer des ehemaligen Gymnasiums war Lajos Scherer (1874–1957), der Pfadfinderführer der Schule, Autor der Zeitschrift „A MI LAPUNK“ und Herausgeber der Schüler- und Pfadfinderzeitung (1921–1932). Der aus Losonc stammende Arzt Dr. Aladár Szilassy jun. war Gründer der ungarischen Pfadfinderbewegung und Kommandant der 1. Pfadfindergruppe. Die Gedenktafel für die Helden des alten Gymnasiums wurde 1945 von der Gebäudewand entfernt. 2014, anlässlich des 100. Jahrestages des Ersten Weltkriegs, wurde eine verkleinerte Kopie der Originaltafel in der Eingangshalle der Schule enthüllt.

Inventarnummer:

13591

Sammlung:

Werte-Repository

Typ:

Gebautes Erbe

Gemeinde:

Losonc