Kapelle von Cigléd – heiliger Brunnen
Gebäude, Struktur
Der Ursprung des heiligen Brunnens ist unbekannt. Wir wissen nicht, wann die Quelle entsprang, wie sie entdeckt wurde und warum sie zu einem heiligen Brunnen wurde. Schließlich sprudeln viele andere Quellen auf der Wiese von Cigléd, und unweit davon befindet sich der Brunnen von Debeny in Für. Keiner dieser Brunnen wurde zu einem „heiligen Brunnen“, nur dieser: der Brunnen der Jungfrau Maria. Der Volksglaube verbindet Marienerscheinungen mit dem Brunnen. Diese sind jedoch historisch sehr spät, fast alle aus dem 20. Jahrhundert, und gehören nicht zur ursprünglichen Vorgeschichte. Der heilige Brunnen in Cigléd wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zugeschüttet. Menschen mit feindseligen Absichten versuchten, ihn zu zerstören. Doch seither hat ihn niemand mehr gestört oder verunreinigt. Er wird von den Katholiken der Gegend allgemein verehrt, unabhängig davon, ob hier jemand geheilt wurde. Das größte Wunder ist nicht die Heilung von körperlichen Gebrechen und Krankheiten, sondern das Wirken der göttlichen Gnade in den Seelen. Hier in Cigléd, am heiligen Brunnen, erfrischen sich die Gläubigen am Quellwasser. Doch dies ist nur ein Symbol geistlicher Erfrischung, der Stärkung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu Gott. Es stärkt und tröstet sie in ihren Sorgen und Nöten. In ihrer Freude werden sie mit der Gnade Gottes erfüllt. Jeder kann dieses Wasser kostenlos trinken, jedoch mit gebührendem Respekt und Ehrfurcht. Andernfalls ist es nutzlos, denn es bleibt lediglich durstlöschendes Grundwasser. Die göttliche Gnade hingegen ist immer frei. Sie ist ein Geschenk der Güte Gottes, das wir mit ehrfürchtigem Herzen annehmen und für das wir danken müssen, damit sie uns wahrhaftig körperlich und geistig zugutekommt. Antal Pristyák, ein wohlhabender Landbesitzer, ließ Anfang des 20. Jahrhunderts an ihrem alten Standort, über den Gräbern von vier hier begrabenen Pauliner-Eremiten, eine neoromanische Kapelle errichten. Um 1920 ließ der damalige jüdische Landbesitzer den heiligen Brunnen mit Mist bedecken, da dessen Wasser seine Wiese – sozusagen – in einen Sumpf verwandelt hatte. Doch am nächsten Tag hob das reichlich vorhandene Quellwasser den Misthaufen an und spülte ihn beiseite, sodass der Landbesitzer sich fortan nicht mehr um den heiligen Brunnen kümmerte. Die Pilger errichteten bald eine 3 x 2 Meter große Backsteinkapelle zum Schutz des heiligen Brunnens. Entlang des von hier ausgehenden Weges errichteten sie die Sieben Stationen der Schmerzensmutter und den 1940 aus Backstein erbauten Kreuzweg mit vierzehn Stationen. Am Ende des Kreuzwegs erhebt sich die Kapelle der Barmherzigkeit, in deren Nähe sich die Sieben Stationen des Kreuzwegs befinden.