Binder-Kotrba Géza
Sonstige - andere
* Bratislava, 15. Juli 1888 – † Tegernsee/Bajora, Juni 1945 / Chemieingenieur, Mikrobiologe, Enzymologe, Universitätsprofessor; Er schloss sein Studium der Chemieingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Budapest 1912 ab. Anschließend war er dort als Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Agrarchemische Technologie tätig und ab 1916 als Assistenzprofessor. 1918 promovierte er. Ab 1923 lehrte er als Privatdozent mykologische Untersuchungen für die Fermentationsindustrie und ab 1935 als außerordentlicher Universitätsprofessor. Von 1925 bis 1926 forschte er als Gastwissenschaftler in Berlin zu den Zwischenprodukten verschiedener Fermentationen und fasste seine Erfahrungen in zahlreichen Berliner Artikeln zusammen. Er arbeitete über 20 Jahre in Budapest an der Seite von Sigmond Elek, nach dessen Tod er 1941 zum außerordentlichen und schließlich zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Ihm wird die Modernisierung des Instituts und dessen Vorbereitung auf verstärkte mikrobiologische Lehre und Forschung zugeschrieben. 1944 ließ er einen Schutzraum für die wertvollen Instrumente des Instituts errichten und reiste im Dezember desselben Jahres als Begleiter von Universitätsstudenten, die sich im Westen niedergelassen hatten, nach Deutschland, wo er verstarb. Er forschte zum Mechanismus der Gärung und befasste sich mit der mikrobiologischen Herstellung von Sorbose, dem Rohstoff für Vitamin C. Es gelang ihm, einen Acetobacter-Stamm mit exzellenter Oxidationsfähigkeit in Reinkultur zu züchten. Er war Mitautor des Buches „Agricultural Chemical Technology“ (Budapest, 1919, 1923) von Sigmond Elek und verfasste Universitätsnotizen. Von 1942 bis 1944 war er Mitherausgeber des „Ungarischen Chemischen Journals“. Technische Mykologie, 1942; Agrarchemische Technologie, 1942; Verfahren in Zuckerfabriken, 1944.