Garamszentbenedek-Benediktinerkloster und Kirche – Innenansicht
Gebäude, Struktur
Das Benediktinerkloster und seine Kirche wurden von König Géza I. von Ungarn gegründet. Die Weihe erfolgte 1075, im selben Jahr, in dem auch seine Güter in die Denkmalliste aufgenommen wurden. Archäologischen Funden zufolge war die erste dem Heiligen Benedikt geweihte Kirche eine dreischiffige Basilika mit einem halbrunden Altarraum und zwei Westtürmen. Im 14. Jahrhundert wurde unter Abt Szigfrid die heutige gotische Hallenkirche um die alte Kirche herum errichtet, und auch die Klosterflügel wurden damals erneuert. Besonders prachtvoll sind die Statuen und anderen Steinschnitzereien am westlichen Hauptportal der Kirche. Der östliche Teil dieser „zweiten Kirche“ ist durch das eingemeißelte Wappen König Ludwigs I. des Großen datiert, während der westliche Teil fast ein Jahrhundert später fertiggestellt und erst 1483 geweiht wurde. Im 16. Jahrhundert verließen die Benediktiner das Gebäude aufgrund der türkischen Bedrohung, und das Kloster wurde von einer Wehrmauer und Bastionen umgeben, von denen einige noch heute sichtbar sind. Die Befestigungsanlage, die nur geringe militärische Bedeutung hatte, spielte sowohl im Türkenkrieg als auch im Kuruc-Krieg mehrmals eine Rolle – beispielsweise wechselte sie mehrmals den Besitzer. Ihre Orgel wurde nach Friedensschluss im Jahr 1714 erbaut. In der Krypta unter der Kirche ruhen Mitglieder der Familie Koháry, die in der Geschichte des Hochlands von Bedeutung waren. Die sogenannte Heiligblutkapelle wurde 1713 erbaut, um die Heiligblutreliquie (ein Stück von Veronikas Schal, das er von Papst Paul II. erhalten hatte) aufzubewahren, die König Matthias den Benediktinern 1483 geschenkt hatte. Nach dem Brand von 1881 wurde das Gebäude unter der Leitung des Architekten Ferenc Storno aus Sopron restauriert. Damals gelangte eines der bekanntesten Reliquien des Klosters Garamszentbenedek, der gotische Holzsarg aus dem späten 15. Jahrhundert, in das Christliche Museum in Esztergom. Während der sozialistischen Diktatur wurde das Kloster 1950 als Internierungslager genutzt, in dem Mönche aus zahlreichen tschechoslowakischen Klöstern, die vom Staat zwangsweise liquidiert worden waren, zusammengeführt wurden. In den 1970er Jahren wurde es zum Denkmal erklärt und teilweise renoviert, wodurch es sein heutiges Aussehen erhielt.