Benedicti M. Lőrinc
Sonstige - andere
* Nedozser, 10. August 1555 – † Prag, 4. Juni 1615 / Humanistischer Dichter; Lehrer, Mathematiker, Sprachwissenschaftler, Musiker, Universitätsprofessor; vermutlich slowakischer Herkunft, doch seine Werke verfasste er in Latein und Tschechisch. Seine Schulbildung begann er in Privigen, doch nach dem Tod seines Vaters im Alter von zehn Jahren wurde er nach Iglau an der böhmisch-mährischen Grenze geschickt, wo sein Onkel lebte. Während seiner Studienzeit erkrankte er schwer und konnte seine Ausbildung lange Zeit nicht fortsetzen. Erst 1587 erholte er sich und nahm ein Studium an der Karls-Universität in Prag auf, wo er Philosophie und Theologie studierte. Ab 1593 war er Lehrer und Rektor des mährischen Lyzeums Budějovice. Zwischen 1595 und 1597 studierte er erneut in Prag und erwarb das Bakkalaureat im Fach Militärkunst. Er promovierte am 4. Juli 1600 in Philosophie. Von 1602 bis 1603 war er Lehrer an der privaten Oberschule in Németbród. 1604 wurde er an die Karls-Universität berufen, wo er bis zu seinem Tod Klassische Philologie, Mathematik und Physik lehrte. Er starb an einer Lungenentzündung. Die Prager Kirche, in der er beigesetzt wurde, existiert nicht mehr. Eine Gedenktafel in seinem Geburtsort und eine nach ihm benannte Schule erinnern an ihn. Die Sprachwissenschaft nimmt in seinem vielfältigen literarischen Werk einen wichtigen Platz ein: Er verfasste die erste tschechische Grammatik. Er setzte sich für die Anwendung des wissenschaftlichen Prinzips in der Bildung ein. Er schrieb zahlreiche Mathematik- und Lesebücher sowie Gelegenheitsgedichte. Von seinen Zeitgenossen wurde er als bedeutender Humanist angesehen. Seine Hauptwerke: Grammatica bohemica, 1603 Elementa arithmeticae e methodicis autoribus concinnatae et popularibus exemplis illustratae, 1612, ; Oratio therapeutica continens modum curandae Pragensis academiae, habita in solenni promotee tredecim iuvenum, quibus primus in philosophia gradus conferebatur, 1612.