Benedek Pogrányi, das Leben des türkischen Schlägers

Benedek Pogrányi, das Leben des türkischen Schlägers

Kulturelles Erbe

Die erste bekannte Trägerin des Familiennamens Pográny aus dem Dorf Pográny war Baronin Anna Pogrányi (1299), doch manche Quellen nennen lediglich Balázs Pogrányi (1471) als gesicherten Vorfahren. Die Familie, die den Ungarn viele berühmte Persönlichkeiten schenkte, spaltete sich später in zwei Zweige (Derfel und Nemeskürthi; die genaue Verwandtschaft ist noch nicht vollständig geklärt). Der letztgenannte Zweig taucht in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Nemeskürt auf, verließ seine Güter in Pográny aber erst viel später endgültig (die Pogrányis lebten noch im 17. Jahrhundert in Pográny). Der genaue Geburtsort des türkischen Viehtreibers Benedek Pogrányi (*1580 – † 29. Mai 1614) aus dem Zweig Nemeskürthi ist unbekannt. Er verteidigte die Bergwerksstädte, zunächst als Hauptmann in Bakabánya (1580) und dann in Korpona (1593–1594/1597). In Korpona gelang es ihm, den Türken den Weg zu den Bergwerksstädten abzuschneiden, und er gab die Burg selbst angesichts der Bedrohung durch Numet Bey (1593) nicht auf. Numet Beys Brief und Benedek Pogrányis Antwort darauf wurden unter dem Titel „Zwo wahrahaffte neue Zeittunge“ gedruckt. Die Literaturgeschichte betrachtet dieses Dokument als die erste Zeitung (einen sogenannten Zeitungsbrief), die im Bergland erschien. Von 1598 bis 1602 war er Oberbefehlshaber von Nógrád (anderen Quellen zufolge diente er zu dieser Zeit auch als Hauptmann in Nyitra), außerdem Oberbefehlshaber von Dunáninnen, und seine Erfolge führten schließlich zu seiner Beförderung zum nationalen Oberbefehlshaber. Seine militärische Laufbahn setzte er in der strategisch wichtigen Festung Érsekújvár fort, wo Ferenc Nádasdy 1603 sein Stellvertreter war. Manche behaupten, er habe seine militärische Karriere hier beendet, doch aus seinen Briefen an György Thurzo geht hervor, dass er mindestens bis 1609 im Militär diente, beispielsweise als Generalleutnant in Transdanubien. 1604 verteidigte er Lipótvár, 1605 nahm er an den Wiener Friedensverhandlungen teil. 1608 erhob ihn Rudolf II. in den Baronstitel und schenkte ihm die Schlösser Hrussó und Véges. Er starb 1614 auf Schloss Véges. Sein Adelswappen zeigt einen aufgerichteten Löwen, der in der rechten Hand ein Krummschwert über dem Kopf hält. Das sogenannte Pográni-Lied aus dem 17. Jahrhundert, dessen Verse zusammen den Namen „Pogránionia“ ergeben, könnte ebenfalls mit ihm in Verbindung stehen. Unter seinen Kindern war János Kapitän in Korpona und György Vizekapitän in Érsekújvár. Sein Enkel Ferenc wurde Kapitän der Drégelypalánk, und mit ihm erlosch dieser Zweig der Familie. Der Zweig der Familie Pográny in Derfel existierte jedoch fort und pflegte bis ins 20. Jahrhundert persönliche Beziehungen zu Pográny. Heute erinnert nur noch eine Glocke in Egerpuszta, das einst Pográny gehörte, an sie.

Inventarnummer:

13694

Sammlung:

Werte-Repository

Typ:

Kulturelles Erbe

Gemeinde:

Pográny