Bauernhaus
Sonstige - andere
Wie damals üblich und den baulichen Möglichkeiten entsprechend, wurden die Häuser direkt auf dem Boden errichtet, fast ohne Fundament. Es gab die sogenannten Schichtmauern, die aus Lehm und zerkleinertem Stroh bestanden, die barfuß auf dem Boden geknetet wurden (später kneteten die Wohlhabenderen sie mit Pferden oder Ochsen). Die Erbauer schichteten diese Masse dann mit einer eisernen Heugabel an den vorgesehenen Stellen übereinander. Da das Material recht plastisch war, konnten sie nur ein oder zwei Reihen pro Tag schichten, da die dickere Schicht sonst zusammenfiel. Die Wände waren daher mindestens 60–70 cm dick. Über den Öffnungen (Türen und Fenstern) wurden Balken aus Akazienholz oder einfach runde, entrindete Holzstücke angebracht. Nachdem die Wände die gewünschte Höhe erreicht hatten und getrocknet waren, wurden sie innen und außen mit Spaten und Schaufeln begradigt. Anschließend wurde die hölzerne Dachkonstruktion errichtet. Die Dachsparren bestanden meist aus Akazienholz. Darauf wurden im Abstand von 80–100 cm runde Holzlatten verlegt. Anschließend wurden Schilf oder Jute auf diese Konstruktion gelegt. Besondere Sorgfalt wurde der Sattelkante gewidmet, da hier die Schäden am frühesten auftraten. Im Laufe der Zeit veränderte sich diese Bauweise: Die Wände wurden nun mit leicht feuchter Erde gefüllt, jedoch auf einem Ziegel- oder Betonfundament. Tatsächlich wurden sie auch aus Lehmziegeln errichtet. Diese wurden von Lehmziegel-Verlegern oder Angehörigen armer Familien verlegt, die den harten, sprödenartigen Lehm mit den Füßen kneteten und ihn anschließend mit wassergetränkten Brettern verteilten. Da für die Lehmziegelherstellung viel Erde und Wasser benötigt wurden, wurden diese meist an einem geeigneten Ort ausgebreitet und dort verarbeitet. Die Lehmziegel wurden auch direkt vor Ort verlegt. Diese Methode war nur bei warmem und trockenem Wetter möglich. Je nach Wetterlage trockneten die Ziegel zwei bis drei Tage oder sogar länger. Nach einigen Tagen wurden die Bretter zu je 100 Stück so gestapelt, dass die Stapel einen spitz zulaufenden Bogen bildeten, um Regen abzuleiten. Nach dem Trocknen übernahm der Bauherr das Gebäude vor Ort und ließ es zur Baustelle transportieren. Auch hier diente Lehm als Bindemittel für das Mauerwerk. In beiden Fällen wurden die Wände mit einer Lehmmasse geglättet, die anschließend mehrmals mit Kalkmilch gekalkt wurde, wodurch ein relativ harter Putz entstand. Die Decken bestanden aus geschnitzten Balken und übereinander gestapelten, recht dicken Brettern. Die Balken des ersten Raumes, also des Reinraums oder möglicherweise der Küche, waren je nach finanziellen Möglichkeiten des Bauherrn mit verschiedenen Schnitzereien verziert. Das Baujahr, der Name des Eigentümers und eine kurze Notiz wurden stets in den Hauptbalken eingraviert. Erwähnenswert ist auch der Ofen, der von der offenen Küche aus beheizt wurde, in der sich der große offene Kamin befand. Da der Ofen selbst im Raum stand, heizte er diesen ebenfalls auf. In den Kamin waren zwei bis drei diagonale Hartholzlatten eingelassen, auf die nach dem Schweinebraten das zum Räuchern bestimmte Fleisch gelegt wurde. wurden geschlachtet. Würstchen, Schinken, Rippchen usw. Das Besondere an diesen Schornsteinen war, dass Lehmputz auf einen gitterartigen Korb aus Weidenzweigen aufgetragen wurde. Später wurden sie aus Lehmziegeln und noch später aus gebrannten Ziegeln gebaut. Natürlich wurden Brot, Sauerteiggebäck und sogar Fleisch in dem Ofen gebacken. Als Brennstoff dienten hauptsächlich Maiskolben, Weinreben und, falls nötig, Stroh. (Chalupeczky J.)