Samu Bartsch
Sonstige - andere
* Igló, 29. September 1845 – † Baja, 19. Januar 1895 / Zoologe, Hochschullehrer; Sein Vater, Sámuel Bartsch, war Schlossermeister. Sein Sohn begann seine Grundschulbildung in seinem Heimatort und war, wie bereits erwähnt, nicht nur ein fleißiger, sondern auch ein talentierter Schüler. Er absolvierte auch die ersten vier Klassen des Gymnasiums in Igló; einer seiner Lieblingslehrer war Lajos Tavasi. Die letzten vier Klassen des Gymnasiums schloss er 1863 in Prešov ab, wo er auf Anraten von Frigyes Ákos Hazslinszky (Márk Kés) sein Interesse der Naturgeschichte zuwandte, aber dennoch in Prešov ein Theologiestudium abschloss. Zwei Jahre lang arbeitete er als Hauslehrer für die Familie Plachy in Prešov und studierte parallel dazu Naturwissenschaften. 1868 schrieb er sich an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin (der Vorgängerin der heutigen Humboldt-Universität) ein, wo er Vorlesungen in Mathematik und Naturwissenschaften besuchte. Später in Tübingen beschäftigte er sich vorwiegend mit Botanik und Zoologie und fertigte während seiner Studienreisen nach Westeuropa regelmäßig Notizen und ein Tagebuch an. Sein besonderes Interesse galt den Rädertierchen, und seine erste umfangreiche deutschsprachige Arbeit, die er 1870 verfasste und mit der er auch promovierte, handelte ebenfalls von ihnen (ungarischer Titel: A keresvérgek Tübingenben meszört fajai). Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete er ab 1870 als Direktor der Lehrerbildungsanstalt Nyíregyháza. Es missfiel ihm jedoch, auch Pädagogik unterrichten zu müssen. In Nyíregyháza freundete er sich mit seinem Kollegen Géza Emericzy an, der später in Igló starb und vor allem als pädagogischer Autor bekannt wurde. 1871 wurde er zum ordentlichen Professor am Staatlichen Lehrerseminar Baja ernannt und trug zusammen mit seinen Studenten eine wertvolle Pflanzen- und Tiersammlung für Lehr- und Anschauungszwecke zusammen, die jedoch später verloren ging. 1873 erwarb er zudem das Lehramt für die Sekundarstufe und heiratete: Er heiratete die 16-jährige Tochter des Gründers und Präsidenten des Ungarischen Lieder- und Musikvereins von Baja, Hengl Adolf. Ihretwegen lernte er sogar Cello spielen, damit sie im Streichquartett seines Schwiegervaters mitwirken konnte. Parallel dazu erforschte er im Auftrag der Naturhistorischen Gesellschaft die Rädertierchen der unteren Donau und der Theiß und veröffentlichte darüber 1876 seine Abhandlung „Rotatoria Hungariae, A sodróállátták Magyarós megyert fajaik“. 1878 wurde er zum Direktor des Lehrerseminars von Baja ernannt, wodurch ihm weniger Zeit für wissenschaftliche Arbeit blieb. Er veröffentlichte regelmäßig Artikel über Ornithologie und Pädagogik und korrespondierte mit Otto Hermann. Gegen Ende seines Lebens verschlechterte sich sein Sehvermögen, begleitet von einer schweren Nierenerkrankung. Er erlitt mehrere Schlaganfälle und starb im Alter von noch nicht einmal 50 Jahren.