Mausoleum von Gábor Baross

Mausoleum von Gábor Baross

Friedhöfe, Grabsteine, Grabstätten

Gábor Bellusi Baross wurde 1848 in Pruzsina, einem kleinen Dorf im Komitat Trenčín mit slowakischer Bevölkerungsmehrheit, in eine ungarische Mittelstandsfamilie geboren. Nach Jahren der Oberschule in Léva und Esztergom erwarb er einen Jura-Abschluss in Pest. Anschließend kehrte er in seine Heimat zurück und bekleidete verschiedene Verwaltungsämter im Komitat Trenčín. Der tatkräftige junge Mann wurde mit nur 27 Jahren mit einem liberalen Programm als Abgeordneter für Illava ins Parlament gewählt. Dank seiner Redegewandtheit und seines unermüdlichen Arbeitseifers wurde er zunächst zum Staatssekretär und 1886 zum Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr ernannt. Obwohl seine Amtszeit aufgrund seines frühen Todes nur fünf Jahre dauerte, zeichnete er sich in dieser Zeit durch seine beispiellosen Leistungen aus. In der Tradition István Széchenyis betrachtete er moderne, schnelle und kostengünstige Transportmöglichkeiten als einen der wichtigsten Faktoren für die ungarische Industrie und den Handel. Er baute vor allem das ungarische Eisenbahnnetz aus. Während seiner Amtszeit wurde das staatliche Schienennetz um mehr als 3.000 km (!) erweitert und verband so ganze Landesteile mit dem internationalen Verkehr. Eine bis heute angewandte Innovation war die Einführung der Zonentarife (Kodierung der Fahrpreise an die zurückgelegten Kilometer) auf den staatlichen Bahnstrecken. Kern der Reform: eine massive Senkung der Fahrpreise. Die Bahnhöfe wurden in Zonen eingeteilt: die kleinste umfasste 5 km, die größte 225 km. Die größte Preisermäßigung gab es für Bahnfahrten unter 25 km und über 225 km (die sogenannte „unendliche Zone“). So kostete beispielsweise die Fahrt von Cluj-Napoca (400 km) nach Budapest genauso viel wie von Brașov (731 km). Um zu verhindern, dass Wien von der Preisermäßigung profitierte, wurde die Zone für Fernreisen durch die Hauptstadt anders berechnet. Mit dieser Maßnahme wollte Baross die wirtschaftliche und touristische Position Budapests stärken. Die Vorteile der neuen Tarifpolitik zeigten sich schnell. Der Binnentourismus in Budapest erlebte einen Aufschwung. Viele Menschen reisten aus großer Entfernung nach Pest, um einzukaufen. „Ich wünsche mir, dass die Dame aus Brassó nach Budapest kommt, um einen Hut zu kaufen!“, lautete der berühmte Ausspruch des Eisenministers. Er gründete eine neue Schule zur Ausbildung von Eisenbahnbeamten. Er förderte den Ausbau des Landstraßennetzes, die Instandhaltung bestehender Straßen sowie den Bau neuer Hauptstraßen und Donaubrücken. In Fortführung von Széchenyis Initiative unterstützte er die Entwicklung der See- und Flussschifffahrt – beispielsweise durch die Weiterführung der Regulierung des Eisernen Tors an der Donau. Er erkannte deren Bedeutung und förderte den Ausbau moderner Postdienste, der Telekommunikation, der Telefon- und Telegrafenleitungen sowie die Ausbildung der in diesen Bereichen tätigen Fachkräfte. Er gründete Kammern und Sparkassen, um die Organisation der Wirtschaft zu erleichtern. Sein aktives Leben endete 1892 im Alter von 44 Jahren mit Typhus und Rippenfellentzündung, die er vernachlässigt hatte und die gleichzeitig auftraten. Im März war er auf dem Weg zum Eisernen Tor, als er über Schwäche klagte. In Orsova hatte er bereits 40 Grad Fieber. Professor Frigyes Korányi operierte ihn, doch es war zu spät; er verstarb am 9. Mai. Sein Tod löste landesweite Bestürzung aus. Nach einem prunkvollen Abschied in Budapest wurde sein Leichnam in der Pfarrkirche von Illava eingeäschert. Das im Jugendstil erbaute Baross-Mausoleum im Dorf Klobusic, das zum Familiengut gehörte, wurde 1895 vom ungarischen Staat errichtet. Hier wurden die sterblichen Überreste des „Eisernen Ministers“ in einem Metallsarg beigesetzt – als einziger Verstorbener in dem nur einen Raum umfassenden Mausoleum. Der Sarg befindet sich in einem kaum einen Meter tiefen Bereich des Mausoleums, umgeben von einem schmiedeeisernen Geländer und über zwei kurze Stufen erreichbar. Darüber befindet sich eine Gedenktafel, die von der Stadt Győr, der Partnerstadt von Illava, angebracht wurde und Baross' Namen nennt. Győr ließ auch die zweisprachige Gedenktafel an der Außenwand des Mausoleums anfertigen. Der Eisenminister genoss zudem das Vertrauen des Monarchen. Franz Joseph verlieh ihm den Orden der Eisernen Krone 1. Klasse und später das Großkreuz des Leopoldsordens. Seine Statue erinnert seit 1898 auf dem Baross-Platz neben dem Keleti-Bahnhof an ihn. Kálmán Mikszáth, sein Parlamentskollege, beschrieb Gábor Baross einmal folgendermaßen: „Nach Tisza ist Baross die interessanteste Person im gesamten Kabinett. Die anderen sind sanftmütig, freundlich und unkompliziert, bis sie nichts mehr zu bieten haben. Wenn sie zu weit kommen, werden sie arrogant und unvereinbar. Baross verhielt sich genau umgekehrt: Er war forsch und unfreundlich, bis nichts mehr übrig war. Jetzt, da er Minister ist, ist er unkompliziert und freundlich geworden.“

Inschrift/Symbol:

Inschrift am Mausoleum: Geboren 1848 / GÁBOR BELLUSI BAROSS / dem Handelsminister / in dankbarer Dankbarkeit / gestorben 1892 / Errichtet / auf Kosten der Nation. // Inschrift auf der Gedenktafel: Hier ruht Gábor Baross. / Lebte 6. Juni 1848 – 10. Mai 1892. / Geboren in Pruzsina, / Abgeordneter / der Stadt Győr, / Verkehrsminister, / Ehrenbürger der Stadt Győr. / (Bei Interesse Schlüssel / im Bürgermeisteramt Ilava, / Tel. 0827/ 498-281)

Inventarnummer:

2830

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Illava (Klobusic)   (Ilava - Klobisic résztelepülés temetője - Ilava - časť Klobušice cintorín)