Kirche und Kloster des Ordens der Barmherzigkeit
Gebäude, Struktur
Der 1650 gegründete Orden der Barmherzigkeit (Ordo Fratres Misericordiae) spielte eine bedeutende Rolle beim Aufbau des Krankenhausnetzes in Ungarn. Er gründete die ersten Apotheken und kümmerte sich als Erster um die Behandlung psychisch Kranker. Im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Versorgung von Epidemiepatienten fast ausschließlich den Krankenhäusern des Ordens anvertraut. Die Behandlungs- und Isolationsbedingungen waren hier am besten. Der Orden der Barmherzigkeit – den selbst Joseph II. als eine der wenigen Ausnahmen nicht auflöste, gerade wegen seiner Nützlichkeit und seiner herausragenden Verdienste um das Gemeinwohl, die er selbst anerkannte – wurde am 7. September 1950 mit dem Dekret Nr. 24/1950 aufgelöst. Wie viele andere Orden wurden auch seine Krankenhäuser und Einrichtungen verstaatlicht und die Mönche entlassen. Das erste Haus des Ordens wurde 1650 in Szépesváralja gegründet, und anschließend entstanden nacheinander weitere Hospitäler: Bratislava (1669), Eger (1726), Pest (1731), Timișoara (1737), Pápa (1757), Kismarton (1760), Nagyvárad (1760), Vác (1778), Szakolca (1796), Pécs (1796), Bratislava II (1802), Zagreb (1804), Buda (1806) und Satu Mare (1834). Die Brüder des Ordens der Barmherzigkeit traten 1650 in Szépesváralja erstmals auf ungarischem Boden in Erscheinung. Das Hospitälchen und die Kirche wurden vom polnischen Fürsten, Kronmarschall Stanislaus Lubomirsky, zu Ehren des Heiligen Johannes des Göttlichen (des Ordensgründers) erbaut. Die hier ansässige Mönchsgemeinschaft bildete das erste Miserikordienkloster unseres Landes, das organisatorisch zunächst der deutschen, später der polnischen Provinz angehörte. Aus diesem Grund betrachteten viele das Kloster in Szépesváralja nicht als ungarisches Mutterkloster, sondern verehrten vielmehr das später von Ungarn gegründete ungarische Mutterkloster in Bratislava. Die Kirche und das Kloster des Barmherzigen Ordens des Heiligen Johannes des Göttlichen wurden zwischen 1653 und 1658 durch den Wiederaufbau des Stadthauses von 1327 errichtet. Zwischen 1727 und 1736 erfolgte der barocke Umbau. Über dem Kircheneingang befindet sich ein Bild des Heiligen Nikolaus und des Heiligen Johannes Nepomuk.