Arpad Duka-Zolyomi
Sonstige - andere
* Bratislava, 8. Mai 1941 – † Budapest, 26. Juli 2013 / Reaktorphysiker, Politiker; Sohn von Norbert Duka-Zólyomi, Bruder von Emese Duka-Zólyomi. Er schloss seine Grundschulbildung in Taksony und sein Gymnasium 1958 in Galánta ab. Aufgrund seiner Herkunft wurde er nicht zum Studium zugelassen und arbeitete daher jahrelang als Hilfsarbeiter in Bratislava. Nach seinem Wehrdienst in der Tschechischen Republik konnte er sein Studium an der Fakultät für Kernphysik der Tschechischen Technischen Universität in Prag aufnehmen, wo er 1968 seinen Ingenieurabschluss erwarb. Während seines Studiums war er von 1964 bis 1967 Präsident der Ady-Endre-Studentenvereinigung (AED) ungarischer Studenten in Prag. Gemeinsam mit Miklós Duray spielte er in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre eine entscheidende Rolle bei der Reorganisation der ungarischen Jugendbewegung in der Tschechoslowakei. Ab 1968 war er als Assistenzprofessor am Lehrstuhl für Kernphysik der Mathematisch-Physikalischen Fakultät der Comenius-Universität in Bratislava tätig. Zwischen 1976 und 1989 arbeitete er am Neutronenphysiklabor des Vereinigten Instituts für Kernforschung in Dubna (Sowjetunion). Er ist Autor von rund achtzig wissenschaftlichen Publikationen zur Neutronenphysik, zur Niedrigstrahlung und zur Kernspaltung. Seine politische Karriere begann er in der Bewegung für Koexistenz, deren Vizepräsident er von 1991 bis 1998 war. Zwischen 1992 und 2004 war er Abgeordneter des Nationalrats der Slowakischen Republik in Bratislava, von 1998 bis 2005 stellvertretender Vorsitzender der Ungarischen Koalitionspartei und von 2004 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments in Brüssel. Von 1998 bis 2004 war er zudem Vorsitzender der slowakisch-ungarischen Fraktion der Interparlamentarischen Union. 2009 trat er in den Ruhestand. Er trug maßgeblich zur Gründung des Zyklotronzentrums in Bratislava und zur Anschaffung eines Positronen-Emissions-Tomographen für das Krebskrankenhaus in der Heyduk-Straße bei. Er engagierte sich auch aktiv in der Organisation des kulturellen Lebens der ungarischen Gemeinde in Bratislava und war zwischen 1991 und 2003 Mitglied des Csemadok OV und bis zu seinem Tod Vorsitzender der Bratislavaer Stadtorganisation des Csemadok.