Altes Rathaus von Levoca

Altes Rathaus von Levoca

Gebäude, Struktur

Der Kern des Rathauses, das im Zentrum des Hauptplatzes der sorgfältig geplanten Siedlung errichtet wurde, stammt ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert und ist im gotischen Stil erbaut. Das Gebäude wurde durch den Brand von 1550, der in der Stadt katastrophale Zerstörungen anrichtete, schwer beschädigt; lediglich der Bereich um den südlichen Eingang blieb einigermaßen unversehrt. Auch die wertvollen mittelalterlichen Archive der Stadt wurden damals zerstört. Weitere verheerende Brände wüteten hier in den Jahren 1561 und 1599. Die steinernen Säulen und Arkaden, die das heutige Erscheinungsbild des Hauses prägen, wurden anschließend an der Süd- und Westseite errichtet und 1615 fertiggestellt. Die an der Südfassade gemalten weiblichen Figuren, die bürgerliche Tugenden symbolisieren, stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Auf dem beschrifteten Stein an der Westseite des Gebäudes, unter dem Stadtwappen, steht: D. MICHA: CLEM (Clementis) IUDICE: ET: D. PANCRA: MAILAND: AEDILE: EXISTEN: ANNO: 1615. Die erwähnten Brände zerstörten den Turm der St.-Jakobs-Kirche und gefährdeten die Glocken. Für die Glocken wurde ein neuer, vom Kirchengebäude getrennter Glockenturm errichtet, der ursprünglich mit einer Renaissance-Brüstung versehen war. Der Glockenturm ist durch einen Raum über einem Bogen mit der Nordseite des Rathauses verbunden. Sein Bau begann am 19. September 1656. Vom 1. bis 4. November 1661 wurden die Glocken aus dem Kirchturm entfernt und hierher verlegt. Der im Stil der italienischen Renaissance erbaute Turm ist eines der schönsten Bauwerke seiner Art in Italien. Eine detaillierte architektonische Beschreibung findet sich bei Henszelmann in seinem Werk »Antiquitäten von Levoča«, S. 159–161. Angesichts der gelungenen Proportionen des Gebäudes bezeichnet er es als das bemerkenswerteste seiner Art in Oberungarn. Die erste Turmuhr in Levoča wurde 1516 von Meister Miklós für 40 Francs erbaut. Diese Uhr, deren Uhrmacher 1516 ein Jahresgehalt von 6 Francs erhielt, befand sich ursprünglich auf dem alten Kirchturm. Von dort wurde sie auf den Glockenturm versetzt und gilt als die erste Turmuhr Ungarns. Der Turm hat seinen ursprünglichen architektonischen Charakter bis heute bewahrt. Bekannt ist seine umfassende Restaurierung von 1822–24, die 544 Francs kostete. Sein Dach erhielt seine heutige Form bei der letzten Restaurierung des Rathauses (1894). Zwischen 1893 und 1895 wurde das Rathaus umfassend umgebaut und erhielt so sein heutiges, romantisches Aussehen, das dem Original kaum noch ähnelt. Die Eckpfeiler wurden verstärkt. Das Obergeschoss und der Giebel des Dachstuhls wurden nach den Plänen von Frigyes Schulek, einem Budapester Architekten und Professor an der Technischen Universität, im Stil der Neorenaissance errichtet. Der heutige Eingang befindet sich an der Ostseite, am 1894 erbauten Treppenaufgang. Als eines der bekanntesten Denkmäler Oberungarns diente dieses ikonische Gebäude als Kulisse für zahlreiche Filme. So wurde beispielsweise der Film „Die schwarze Stadt“, basierend auf dem historischen Roman von Kálmán Mikszáth, der in Levoča spielt, hier gedreht. In den Kellerräumen wurden wunderschöne, eingemauerte Statuen gefunden, die möglicherweise aus der Zeit stammen, als die St.-Jakobs-Kirche am Hauptplatz noch von den Lutheranern genutzt wurde. Hier befand sich unter anderem der Geburtsaltar des Herrn, ein Werk des Meisters Pál von Levoča, der heute in der Jakobskirche zu sehen ist. Die berühmte Darstellung der Jungfrau Maria, die zusammen mit anderen Details aus Levoča auf der letzten 100-Kronen-Banknote abgebildet war, stammt von diesem Altar. Das Gebäude, das bis 1955 als Rathaus diente, beherbergt heute das Spiš-Museum, das die Geschichte der Stadt und des Rathauses in einer eindrucksvollen Ausstellung präsentiert.

Inschrift/Symbol:

D. MICHA: CLEM (Clementis) IUDICE: ET: D. PANCRA: MAILAND: AEDILE: EXISTEN: ANNO: 1615.

Inventarnummer:

3418

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Lőcse   (Körtér 2/2. (németül: Ring, ma: Pál mester tér) - Námestie Majstra Pavla 2/2.)