Alte Markthalle

Alte Markthalle

Gebäude, Struktur

Die alte Markthalle in Bratislava beherbergte einst eine Bastion aus dem 15. Jahrhundert, die zur Stadtbefestigung gehörte. Das heutige Gebäude, die erste überdachte Markthalle Bratislavas, wurde am 31. Oktober 1910 eröffnet. Der Bau im eklektischen Stil wurde von dem Bratislavaer Architekten Gyula Laubner entworfen. Das Gebäude, das die südliche Platzmauer dominiert, weist den typischen Grundriss von Markthallen der Jahrhundertwende auf, der stark an die Struktur mittelalterlicher Kirchen mit basilikalem Grundriss erinnert: Hinter der luftigen, klassisch verzierten Hauptfassade mit ihren zahlreichen großen Fensterflächen erstreckt sich ein dreigeschossiger Marktraum. Das Dach der Halle wird von Stahlträgern getragen, die auf doppelten Säulenreihen ruhen und oben von geschwungenen Trägern gekrönt werden. Neben dem großen, durchgehenden Erdgeschoss dienten zwei Balkone auf zwei Ebenen als Verkehrsfläche. Die zentrale Halle war über niedrigere Nebenräume mit zwei Seiten verbunden, die ebenfalls gewerblich genutzt wurden. Einige dieser Räume waren separat von der Straße aus zugänglich, andere über Korridore. Das Gebäude diente bis 1960 als Markthalle, anschließend bis 1982 als Fernsehstudio. Danach erfüllte es verschiedene kulturelle Funktionen. Es wurde 1998 renoviert, doch da sich weder eine geeignete Nutzung noch ein Instandhaltungsbetrieb fanden, verschlechtert sich der Zustand des geschlossenen und nur noch gelegentlich genutzten, imposanten Gebäudes seither zusehends. Am 12. Februar 1919 versammelten sich mehrere Tausend Demonstranten auf dem Platz vor der alten Markthalle. Die Demonstration war nicht ethnisch motiviert, sondern wurde von den Arbeiterräten vor allem mit sozialen Forderungen einberufen. Obwohl die Demonstration vom italienischen Militärkommandanten, der die Stadt kontrollierte, genehmigt worden war, schossen tschechoslowakische Legionäre aus mehreren Richtungen in die unbewaffnete Menge. Dies wurde später damit gerechtfertigt, dass die Menge Schneebälle auf sie geworfen habe. In der Resolution der Generalversammlung des damals gewählten Stadtrats von Bratislava heißt es: „Es ist unbestreitbar, dass selbst in Fällen, in denen das Militär seinen bewaffneten Einsatz mit Provokation zu rechtfertigen sucht, die Qualität der vorgebrachten Gründe den Schrecken der Vergeltung nicht entschuldigen kann.“ Bei dem Beschuss starben 7 Menschen, 23 wurden verwundet. Die Gefallenen sind auf dem Friedhof Csalogányvölgy beigesetzt.

Inschrift/Symbol:

Markthalle

Inventarnummer:

2033

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Vásár-tér 26. - Námestie SNP 26.)