Alte Handwerkskünste – Korbflechten
Sonstige - andere
Kálmán Varga – Korbflechter ; ; Das Korbflechten ist ein fast vergessenes Volkshandwerk. ; Korbflechten und Rohrbiegen sind seit der Antike bekannt. Am besten eignen sich dafür die Wildweide und die Grauweide (auch Kaninchenweide genannt). ; Das Korbflechten verbreitete sich schnell unter Landwirten und Viehzüchtern. Viehzüchter fertigten Pferche, Zäune, Getreidespeicher, Hühnerställe, Wagenkörbe und Bienenstöcke aus Rohr. Ackerbauern stellten Pflückbehälter und Getreidespeicher her, und Winzer fertigten Erntekörbe. Während des Krieges wurden sogar Särge aus Rohr gefertigt. Auch Alltagsgegenstände wie Kohlekörbe, Holzkörbe und Besen wurden aus Rohr hergestellt. ; Bis ein Korb fertig ist, durchläuft er mehrere Arbeitsschritte. Das geerntete Rohr wird nach achtstündigem Kochen geschält, sortiert und getrocknet. So aufbereitetes Rohr ist bis zu zehn Jahre haltbar. ; ; Die Rohstoffe und Werkzeuge zum Korbflechten: Weidenrohr, Goldweide; Werkzeuge: Messer, Gartenschere, verschiedene Stöcke, Zange, Hammer. ; ; Lebensgeschichte des Korbflechtermeisters Kálmán Varga: ; ; Kálmán Varga, wohnhaft in Csallóközkürt, 70 Jahre alt, Korbflechter. Er erlernte das Korbflechten als kleines Kind von seinem Urgroßvater. Das Handwerk begleitet ihn sein ganzes Leben, und immer schönere Flechtwaren entstehen aus seinen Händen. Er fertigt Rohrkörbe, Tischkörbe, Hohlkörbe, aber auch Körbe zur Holzaufbewahrung. ; Neben dem Korbflechten baut er auch Hecken. Seine Arbeit wird durch die Hecke des Museums der Ungarischen in der Slowakei gewürdigt. ; Er scheut sich nicht, auch Maisstroh zu flechten und Besen zu binden. ; Unsere Werte bewahren, das Erbe unserer Vorfahren weitergeben: Kálmán Varga sieht es als seine Mission, sein Wissen, das von seinem Urgroßvater geerbte Talent und die Pflege der Volkskultur immer mehr Menschen näherzubringen und von Generation zu Generation weiterzugeben. Er nimmt regelmäßig an verschiedenen traditionellen Veranstaltungen teil und ist ein gern gesehener Gast bei Schulveranstaltungen. Sein Ziel ist es, dieses traditionelle Handwerk zu vermitteln, damit möglichst viele Menschen die Kunst des Korbflechtens erlernen und sein Wissen an die Nachwelt weitergeben können. Onkel Kálmán ist überzeugt, dass die heutige Jugend das Korbflechten mit genügend Fleiß und Zeit erlernen kann. Alles, was es dazu braucht, sind Geduld, Liebe zur Natur und Demut vor dem Handwerk.