Adolf Sigismund
Sonstige - andere
* Bratislava, 24. September 1816 – † Wien, 23. Juni 1880 / Arzt, Zahnarzt, Privatlehrer an der Universität; Er absolvierte seine Grundschulzeit in Bratislava, Szakolca (um Slowakisch zu lernen) und Komárom. Dort lebte er bei den Eltern von Mór Jókai. Nach seinem Schulabschluss in Bratislava studierte er drei Jahre lang Medizin an der Universität Pest. 1837 ging er nach Wien, wo er 1840 sein Studium abschloss. Zwischen 1840 und 1847 arbeitete er als Assistenzarzt in der Kaiserstadt und wurde 1848 zum Chefarzt des Gefängnisses Lipótváros ernannt. Ab 1856 praktizierte er wieder in Wien als Chefarzt des kaiserlich-königlichen öffentlichen Krankenhauses. Er war auch ein hervorragender Zahnarzt und qualifizierte sich als Privatlehrer an der Universität Wien. Er gehörte zu den Ersten, die in Europa die Äthernarkose in der Zahnmedizin anwandten. Er führte die Kreuzmarkierung des Zahnschemas ein. Er verfasste eine Studie über den Abrieb der Zahnkontaktflächen. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in deutsch- und ungarischsprachigen Fachzeitschriften. Von seinen beiden Söhnen war der ältere, Zsigmondy Emil (Wien, 11. August 1861 – 6. August 1885), Arzt und bekannter Bergsteiger, der in den Alpen ums Leben kam. Der jüngere, Zsigmondy Richárd (Wien, 1. April 1865 – Göttingen, 23. September 1929), war Kolloidchemiker und Nobelpreisträger (1925). Seine Hauptwerke: Synopsis fontium medicatorum Hungariae, 1840; Die Schweißbarkeit des kalten Goldes und das Plombieren mit Krystallgold, 1860 Ueber eine neue galvanische Batterie für Zahnärzte, 1860, ; Die galvanokaustische Operationsmethode, 1860, ; Ausstellungsobjekte des Primararztes Dr. A. Zs. in der Collectivausstellung des Österr. Unterrichtsministeriums auf der Weltausstellung Wien, 1873.